Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.
Kreisvereinigung Düren
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Den Alltag fast ohne fremde Hilfe meistern

Bewohner beim Spülen

„Ich wollte einfach nicht mehr alleine wohnen“, sagt Lothar Herkenrath (45). „Ich wollte meine Ruhe, und ich wollte meine eigene Wohnung.“ Lothar Herkenrath hat eine leichte geistige Behinderung. Er arbeitet in den Rurtalwerkstätten in Huchem-Stammeln und hat bis vor zwei Jahren im Lebenshilfe-Wohnheim in der Merzenicher Straße gelebt. Jetzt hat er den Sprung in eine eigene Wohnung geschafft. Lothar Herkenrath wohnt im Lebenshilfe-Haus im Hämmerchensgässchen.

Hinter dem Begriff Lebenshilfe-Haus verbirgt sich ein ganz normales Mietshaus, dass der Verein Lebenshilfe gebaut hat. Elf geistig behinderte Menschen wohnen hier, je nach Bedarf werden sie zwischen einer und neun Stunden in der Woche betreut. Nicole Lorenz (42) wohnt auch im Hämmerchensgässchen, ihre Betreuerinnen kommen zwei Mal in der Woche. „Es ist natürlich für die Leute eine große Umstellung“, sagt Betreuerin Iris Voss (47), „ wenn sie plötzlich alleine wohnen". Wir helfen dabei, den Haushalt zu organisieren, beim Einkaufen oder auch bei Arztbesuchen. Vor allen Dingen, sind wir aber natürlich auch für die Leute da, wenn sie Schwierigkeiten haben.“ Das Konzept scheint aufzugehen. Die elf Bewohner sind zu einer eingeschworenen Hausgemeinschaft geworden, helfen einander, so dass die Notfallnummer, unter der die Betreuerinnen auch nachts zu erreichen sind, nur sehr selten zum Einsatz kommen.

Und die Nachfrage nach solchen Wohnungen steigt. Immer mehr Menschen mit einer geistigen Behinderung wollen eigenständig wohnen. Und letztlich ist so eine rund 40 Quadratmeter große Wohnung natürlich auch viel kostengünstiger als eine Unterbringung in einem Wohnheim, wo 24 Stunden immer ein Betreuer da ist.

Wolfgang Prümm, Geschäftsführer der Dürener Lebenshilfe: „Die Kosten sind aber nicht der Hauptgrund. Es ist unser Ziel, auch in den Heimen, die Menschen zu möglichst viel Selbstständigkeit zu erziehen.“ Deswegen gibt es außer den Wohnungen und den Heimen auch noch Außenwohngruppen, die die geistig Behinderten noch einmal ein Stückchen mehr auf ihre Eigenständigkeit vorbereiten sollen.

Bei Lothar Herkenrath und Nicole Lorenz hat das funktioniert. Die beiden fühlen sich wirklich rundum wohl in ihrer Wohnung. „Es ist einfach schön“, sagt Nicole Lorenz, „wenn man sich von keinem Menschen etwas sagen lassen muss und hinter sich die Türe zumachen kann. Das ist ein gutes Gefühl.“ Mittlerweile liegen bei Wolfgang Prümm schon wieder 14 Anfragen nach Wohnungen für geistig Behinderte Menschen vor. „Wir haben uns entschlossen, noch ein Haus zu bauen“, sagt er. „Und zwar in der Danziger Straße in Düren.“ Die Baugenehmigung wurde dieser Tage erteilt, bald beginnen die Arbeiten.

Das neue Haus in der Danziger Straße soll in einem Jahr bezugsfertig sein. Alle Wohnungen sind genau wie in dem Haus am Hämmerchensgässchen barrierefrei.
Die Baukosten betragen etwa 900 000 Euro.

Die Miete kostet in dem Wohnhaus der Lebenshilfe 4,30 Euro pro Quadratmeter und wird auch über die Grundsicherung finanziert.

Insgesamt betreibt der Verein Lebenshilfe in Düren vier Kindertagesstätten, zwei Wohnheime, eine Außenwohngruppe und das Lebenshilfehaus.

Text und Bild: Sandra Kinkel, Journalistin

 

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