Unsere Abteilung für Weiterbildung und Freizeitangebote hat einen neuen Kurs eingeschlagen. Am Steuer steht seit Anfang Juli Bildungsreferentin Angela Elbing.
Das anvisierte Ziel: Ein breit gefächertes Angebot mit regelmäßigen sportlichen und kreativen Angeboten, spannenden Ausflügen, lehrreichen Workshops und natürlich Bildungsreisen – inklusiv für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen.
Volle Kraft voraus hieß es für Angela Elbing gleich zu Beginn mit der mehrtägigen Reise nach Vrouwenpolder in Zeeland, NL.
Du bist seit diesem Monat die neue Bildungsreferentin und Deine Feuertaufe war die erste Bildungsreise des Jahres. Wie war dieser Einstieg?
Angela Elbing:
Aufregend! (lacht) Es war aufregend und auch total toll! Ich hab‘ super viel gelernt, wir haben tolle Leute dabei gehabt und tolle Sachen erlebt. Wir haben viele Ausflüge gemacht, das Wetter war gut. Ganz tolle Erfahrungen, aber auch Herausforderungen.
Erzähl mal konkreter, was habt ihr dort gemacht?
Angela Elbing:
Schöne Ausflüge vor allem. Wir waren zum Beispiel in einem Reptilienzoo, das war super spannend und die Teilnehmer waren auch sehr begeistert.
Toll war auch der Besuch der Deltawerke [Schutzsystem gegen Sturmfluten, Anm. d. Red.]. Dort kann man sehr viel lernen über die Flutkatastrophe von 1953 und eben den Hochwasserschutz. Dort waren wir in einem 4D-Kino und haben eine Bummelzugfahrt über den Deich gemacht. Das war definitiv ein Highlight der Tour.
Abends haben wir zum Beispiel ganz entspannt gegrillt. An einem Abend war dann auch das (für Deutschland letzte) WM-Spiel, da haben wir eine lange Fußballnacht draus gemacht. Wir waren tatsächlich bis zum spannenden Elfmeterschießen mitten in der Nacht wach.
Ansonsten war auch ein chilliger Strandtag dabei, viel gemeinsame Zeit, gemeinsames Kochen, sehr viel schönes Miteinander, was einfach wichtig ist.
Und was war aufregend?
Angela Elbing:
Ach, zum Beispiel waren wir an einem Tag in Vlissingen, wo wir eine alte Windmühle besichtigen konnten. Dann sind wir auf dem schönen Strandboulevard entlanggelaufen, was wirklich länger gedauert hat, als ich geplant hatte. Daraus hab’ ich für die Planung der nächsten Reise schonmal gelernt. Es war definitiv eine Herausforderung, denn wir hatten ja auch Menschen mit Gehbehinderung dabei, die im normalen Alltag gar nicht so viel gehen. Aber die haben das dann super angenommen und waren auch in anderen Situationen plötzlich fitter. Der Ehrgeiz in der Gruppe hat zugenommen. Es war total schön zu sehen, wie einige wirklich über sich hinausgewachsen sind. Einer hatte dann seinen Rollator sogar stehen gelassen und gesagt: „Ich schaff das so.“ Am Ende waren alle super stolz auf sich und haben festgestellt „So sportlich war ich noch nie.“ Die Teilnehmer meinten auch: „Ich buch auf jeden Fall wieder Abenteuer-Urlaub mit Angie“. (lacht)
Du warst ja nicht alleine mit den Teilnehmern, wer hat dich da begleitet?
Angela Elbing:
Genau, ich hatte Axel Hoffmann, einen pädagogischen Mitarbeiter aus dem Gerd-Bonn-Meuser-Haus, dabei. Das war super, da er einige Teilnehmer auch schon kannte. Das war eine große Hilfe.
Stimmt, du kanntest jetzt erstmal noch niemanden der Mitreisenden. Wie war das für dich?
Angela Elbing:
Spannend, das war eine schöne Wunderkiste! (lacht)
Das werde ich demnächst aber einführen, dass wir ein schönes Vortreffen machen, damit sich alle schon mal kennenlernen. Dann kann man auch einschätzen, ob es Personen gibt, die doch eine weitere pflegerische Kraft benötigen, die wir dann mitnehmen. Ich finde, das sollte einfach kein Hinderungsgrund sein, an so einer Reise teilzunehmen.
Man merkt, du sprühst vor Energie. Erzähl mal, was sind deine Pläne für die Weiterbildungsabteilung?
Angela Elbing:
Ooh, ich hab viele Pläne! Ich denke grad weit in die Zukunft und in ganz, ganz viele Richtungen.
Auf jeden Fall sollen jede Menge Tagesausflüge mit Kultur und Abenteuer stattfinden.
Ich denke aber auch an Kinder und Jugendliche. Ich würde gerne irgendwann inklusive Ferienspiele implementieren.
Und klar: Bildungsreisen natürlich weiterhin! Ich schaue, dass wir ein paar mehr hinkriegen.
Natürlich will ich auch die ganzen Kurse mehr aufleben lassen mit kreativen Sachen, Musik, sportlichen Aktivitäten. Ich würde auch gerne Präventionskurse an den Start bringen.
Auf der Reise wurde mir auch gespiegelt, wie wichtig für Menschen mit Unterstützungsbedarf essenzielle Lernangebote sind, wie Schreiben, Rechnen und so weiter. Das würde ich gerne mit unterbringen.
Der Fokus liegt vor allem auf der Kombi aus Spaß und Bildung, das kann man nämlich gut kombinieren. Das ist eine gute Sache, denn man lernt am besten, wenn man Spaß hat!
Okay, Hand aufs Herz: Du kommst beruflich eigentlich gar nicht aus dem Bereich der Pädagogik oder dem Sozialwesen. Was bewegt und was qualifiziert dich?
Angela Elbing:
Ich bin ein Hands-on-Mensch [Mensch mit Tatkraft, Eigeninitiative und Umsetzungsstärke], ich versuche für alle so gut wie möglich da zu sein.
Die Thematik der Weiterbildung habe ich über intensive Vereinsarbeit erworben, wie zum Beispiel: Fördergelder reinholen, Abteilungen aufbauen, die Orga dahinter – das mach ich schon seit vielen Jahren, das ist mir nichts Unbekanntes. Das einzige Unbekannte waren jetzt erstmal die Klienten. Menschen mit Behinderungen hatte ich noch nie in meinen Kursen, doch es ist eine tolle Herausforderung für mich. Es ist so spannend mit ihnen zu arbeiten, sie kennenzulernen. Es sind ganz tolle Menschen. Man sollte keine Berührungsängste haben. Es ist ganz, ganz großartig!
In meinem vorigen beruflichen Leben war ich PTA im Krankenhaus [Pharmazeutisch-technische Assistentin] und da habe ich sehr viel mit Krankheiten zu tun gehabt und … ja, ich will jetzt einfach was Gutes und Schönes machen mit und für die Menschen in ihrem Leben.





