Begegnung schafft Verständnis

Ein besonderer Projekttag im Gerd-Bonn-Meuser-Haus

„Und… wie ist das eigentlich, wenn Menschen mit Behinderung zusammenleben?“

Eine Frage, die sich viele Menschen vielleicht gar nicht stellen, weil ihnen im Alltag die Gelegenheit zur Begegnung fehlt.

Genau deshalb war der Besuch einer Schülergruppe im Gerd-Bonn-Meuser-Haus so wertvoll. Kurz vor den Sommerferien tauschten Elftklässler*innen des Gymnasiums am Wirteltor für einen Tag das Klassenzimmer gegen unsere Wohnstätte.

Für den Fachbereich Pädagogik war es bereits der zweite Besuch in unserer Wohnstätte. Ziel des Projekttages war es, den Jugendlichen einen Einblick in das Leben in einer Wohnstätte zu ermöglichen, Berührungsängste abzubauen und verschiedene Berufsbilder im sozialen Bereich kennenzulernen.

Erst vorsichtig, dann ganz selbstverständlich

Beim gemeinsamen Frühstück saßen sich Menschen gegenüber, die sich vorher noch nie begegnet waren. Einige Jugendliche waren zunächst etwas zurückhaltend, andere gingen ganz unbefangen ins Gespräch.

Unsere Bewohner*innen machten es den jungen Besucher*innen leicht. Offen, neugierig und herzlich wurde schnell aus vorsichtigem Kennenlernen ein echtes Miteinander.

Im Laufe des Vormittags wurde gemeinsam gebastelt, gekocht und gespielt. Dabei konnten die Jugendlichen ganz unmittelbar erleben, wie unterschiedlich Menschen mit Unterstützungsbedarf ihren Alltag gestalten und an welchen Stellen individuelle Unterstützung notwendig ist.

Inklusion wird beim gemeinsamen Tun erlebbar

Besonders deutlich wurde dabei, dass Inklusion nicht nur ein Begriff ist, sondern im gemeinsamen Tun ganz selbstverständlich entstehen kann.

Jede*r bringt das ein, was er oder sie kann. Wo Unterstützung gebraucht wird, hilft man sich. Und gemeinsam entsteht etwas, das alleine vielleicht nicht möglich gewesen wäre.

Ob beim Zubereiten einer Mahlzeit, beim Basteln oder beim Spielen: Jede Person konnte ihre eigenen Fähigkeiten einbringen und zum gemeinsamen Ergebnis beitragen.

Für die Jugendlichen war der Projekttag deshalb nicht nur eine Gelegenheit, Menschen mit Behinderung kennenzulernen. Sie konnten ihren Alltag aus einer anderen Perspektive erleben, neue Erfahrungen sammeln und sich mit den Mitarbeiter*innen des Gerd-Bonn-Meuser-Hauses über deren Arbeit und die verschiedenen sozialen Berufsfelder austauschen.

Ein Projekttag, der auch den WDR neugierig machte

Dass dieser besondere Tag auch außerhalb des Gerd-Bonn-Meuser-Hauses auf Interesse stieß, war eine schöne Überraschung: Ein Kamerateam des WDR begleitete den Projekttag des Pädagogik-Kurses mehrere Stunden lang.

So wurde sichtbar, was uns besonders wichtig ist:

Inklusion beginnt mit Begegnung – und mit der Bereitschaft, einander kennenzulernen.

Auch unsere Geschäftsführerin Louise Joußen-Papst war anschließend zu Gast im Studio der WDR Lokalzeit Aachen. Dort sprach sie über Inklusion und darüber, wie wichtig es ist, Vorurteile abzubauen und Begegnungen zu ermöglichen.

📺 Den Beitrag gibt es weiterhin in der Mediathek des WDR zu sehen.

Ein Projekttag, der vielleicht bei einigen Jugendlichen mit einer vorsichtigen Begegnung begann – und mit neuen Erfahrungen, Perspektiven und vielen gemeinsamen Momenten endete.

Und genau darum geht es bei Inklusion: einander begegnen, voneinander lernen und gemeinsam erleben, was möglich ist.